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Michael Junge



Michael Junge erhielt mit sieben Jahren Klavierunterricht, mit 13 trat er dem Extrachor des Theaters seiner Heimatstadt Brandenburg bei. Am heutigen Gerhart-Hauptmann-Gymnasium in Wernigerode besuchte er die Spezialklassen für Musikerziehung und erhielt als Sänger des Rundfunk-Jugendchores seinen ersten Gesangsunterricht.

Nach Abitur und Chorleiterdiplom studierte er bei Prof. Hans Kremers an der Hochschule für Musik „Franz Liszt“ in Weimar. Neben mehreren Aufbaustudien (u.a. bei Kammersängerin (KSn) Anna Reynolds, Kammersänger (KS) Jean Cox und Martin Ulrich) führte ihn sein erstes Engagement 1984 an das Deutsche Nationaltheater Weimar.

Er erhielt Auszeichnungen im Rahmen verschiedener internationaler Wettbewerbe, so beim Dvořák-Wettbewerb 1982 in Karlovy Vary, beim Opernsängerwettbewerb in Gera 1985 und bei den Belvedere-Wettbewerben 1990 und 1994 in Wien, nahm Meisterkurse (u.a. bei KS Josef Greindl, KS Günther Leib und KS Siegfried Lorenz) und gastierte in ganz Deutschland, in Brasilien, Panama, Polen, der Ukraine und Liechtenstein.

Michael Junge arbeitete mit bekannten Dirigenten und Regisseuren wie Oleg Caetani, Claus Peter Flor, Robert Hanell, Ude Nissen, Rolf Reuter, Fritz Bennewitz, Johannes Felsenstein, Erhard Fischer und George Tabori zusammen und kann auf zahlreiche Liederabende, Konzerte, Rundfunk- und Fernsehauftritte sowie CD-Produktionen verweisen; 1994 wurde ihm das Richard-Wagner- Stipendium des Internationalen Richard-Wagner-Verbandes verliehen.

Der Bariton ist in allen großen Partien des Charakter- und Heldenfachs bestens bewandert, beispielsweise als Rodrigo/„Don Carlo“, Renato/„Un ballo in maschera“, Germont/„La traviata“, Don Carlo/„La forza del destino“, Titelpartien in „Nabucco“ und „Rigoletto“, Tonio/„Pagliacci“, Alfio/„Cavalleria rusticana“, Wolfram/„Tannhäuser“, Titelpartie in „Der fliegende Holländer“, Lindorf, Coppelius, Dapertutto, Mirakel/„Hoffmanns Erzählungen“ und unzähligen anderen.

Im Sommer 2002 debütierte er als Amfortas in Wagners „Parsifal“ am Teatro Castro Alves in Salvador da Bahia (Brasilien). Mit Telramund/„Lohengrin“ folgte im selben Jahr eine weitere Wagner-Partie . Nach einem Engagement am Staatstheater Cottbus (u.a. Titelpartie in „Rigoletto“ und Spielmann in Humperdincks „Königskindern“), war Michael Junge seit 2005 als freischaffender Künstler im In- und Ausland ein gern gesehener Gast.

Seit dieser Spielzeit hat er sich am Theater Annaberg-Buchholz als Charakterbariton verpflichten lassen und singt den "Hänsel-und-Gretel"-Vater, Schaunard in "La bohème", Eisenstein in der "Fledermaus" und den Adalbert von Weislingen in "Götz von Berlichingen", einer wiederentdeckten Oper von Carl Goldmark.